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Gesellschaft

Das Magazin Cicero bzw. journalistische Feinheiten

Am letzte Mittwoch die aktuelle Ausgabe des Magazins 'Cicero' gekauft. Bis jetzt hab ich das Heft ab und zu gerne gelesen. Wenn ich mir dann aber das Editorial der aktuellen Ausgabe ansehe, das mehr eine Zusammenfassung des Heftinhaltes als ein eigenständiger Text ist (das verstehe ich unter Editorial), dann habe ich nicht schlecht Lust, das Heft einfach zum Altpapier zu tun.

Dort steht nämlich unter anderem:

- über Nicolas Sarkozy:

"Und vor allem: Er [Nicolas Sarkozy] sagt, was er denkt, und tut, was er sagt."

Das ist in meinen Augen eine sehr gewagte Aussage. Woher nimmt Cicero das Wissen um die Gedanken des Herrn Sarkozy? Wenn ich sowas lese, dann bekomme ich Grätze vom Lesen. Das ist Meinungsbildung und Meinungsmache in einer widerlich unterschwelligen Art und Weise, dass mir die Haare zu Berge stehen.

Ein paar Zeilen später schreibt Cicero dann:

- über die Klimadiskussion:

"[...] Und der renommierte MIT-Professor Richard S.Lindzen belegt ab S.54: Das Wetter hat sich zu allen Zeiten immer wieder extrem entwickelt."

Nach Sarkozy gleich der nächste dumme Rundumschlag. Klar kann man belegen, dass sich das Wetter zu allen Zeiten extrem entwickelt hat. Damit allerdings - wie im Heft versucht wird - zu belegen, dass die Diskussion um das Klima eine Hysterie ist, ist in meinen Augen in etwa so, als wollte man anhand der Zahl der Toten weltweit belegen, dass die Menschheit immer noch so lebt, wie vor 10 000 Jahren... Das Schlimme daran ist, dass Herr Lindzen genau so argumentiert.

Sein Artikel ist zu kurz, um wirklich eine Aussagekraft entwickeln zu können. Es werden verschiedene Statistiken wild gemischt und mir erschliesst sich die Logik, dass der beschriebene Umstand, dass sich das Klima in der Erdgeschichte immer wieder extrem geändert hat, gerade nicht auf das Handeln der Menschheit zurück zu führen sein soll, nicht. Herr Lindzen argumentiert unter anderem damit, dass die vom Menschen vermutlich verursachten Änderungen der Erdatmosphäre zu gering sind, um Auslöser von Klimaänderungen sein zu können. Was allerdings gering ist und wie die Wertung 'zu gering' von Herrn Lindzen zuverlässig aufgestellt werden kann, das bleibt offen. Dazu sage ich nur: die Dosis macht das Gift und auch wenn der vom Menschen verursachte CO2-Anstieg (nach Lindzen) gering ist, so kann er deswegen problemlos trotzdem Auslöser für Klimaänderungen sein.

Natürlich hat es in der Erdgeschichte extreme Klimaänderungen gegeben. Daraus zu schliessen, dass die Menschheit für die momentane Änderung des Klimas nicht verantwortlich ist, ist in meinen Augen schlicht falsch.

Irgendwie ist das Heft für mich damit gestorben und fällt zukünftig als Lektüre eher aus. Solch komische Meinungsbildenden Sätze möchte ich nicht in den einleitenden Worten eines seriösen Magazins lesen.

***
abgelegt unter Gesellschaft
3.6.07 18:22


Stress...

hab - wie es ein Kollege in einem ähnlichen Fall so schön ausgedrückt hat - einmal zu oft 'ja' gesagt bei der Aufgabenverteilung und so war ich letzte Woche und vorletzte Woche jeweils knapp 12 Stunden Arbeiten, damit ich doch noch rechtzeitig fertig werde. Montag früh werde ich um 4 Uhr aufstehen, dass ich pünklich um 6 anfangen kann und hoffentlich fertig bin, wenn um 10 Uhr die Kunden kommen...

Scheissgefühl!

Werd' mir merken, nächstes Mal nicht leichtfertig 'hier' zu rufen, wenn's um zusätzliche Aufgaben geht und gefragt wird, wer gerade noch Kapazität frei hat!

Deswegen: keine Blogeinträge :-(

Ausserdem: immer noch kein Internet zu Hause - was schön ist für non-computer-related Sachen. Habe an die Telekom und Hansenet/Alice geschrieben, dass ich gerne von ihnen Internet hätte, aber nicht bereit bin, dafür meine Vermögensverhältnisse offen zu legen (Schufa), eine Einzugsermächtigung auszustellen (gerade nach 5 Monaten endlich die Bestätigung meines Einzugsermächtigungswiderrufs von der Halleschen bekommen) und einen Vertrag mit 24-monatiger Laufzeit und Kopplung an ein weiteres Produkt, das ich gar nicht brauche, abzuschliessen. Bin gespannt. Möglicherweise gibt es sowas ja noch...

Warum keine Schufa? Ich möchte nichts mit einer Organisation zu tun haben, bei der Gläubiger Einträge vornehmen können, die keiner rechtlichen Prüfung standhalten können müssen (im Prinzip könnte da irgendjemand einen Scheiss über mich reinschreiben und ich hätte keinerlei rechtliche Handhabe, diesen Eintrag zu korrigieren! Ausserdem möchte ich mit der Schufa nichts zu tun haben, so lange zusätzlich noch mein Kreditwürdigkeitsscore automatisch verschlechtert wird, wenn ich mich über Kredite informiere (!) oder überhaupt nachfragen will, wie welche Einträge über mich vorhanden sind! Meiner Ansicht nach verletzt das Prinzip, nach dem von der Schufa und ihren Teilnehmern momentan vorgegangen wird, jedes ehrliche und faire Miteinander und da mache ich nicht mit.

***
abgelegt unter Gesellschaft
2.6.07 17:57


Klimaschutz durch Fleischverzicht

Neulich wieder mal eine interessante Unterhaltung mit meinem Vater gehabt, der trotz seines Gehirntumors und der damit verbundenen Einschränkungen immer noch super als Diskussionspartner ist. Dabei hatten wir es von Treibhausgasen und er meinte, er hätte irgendwo gelesen, dass die grössten 'Umweltsäue' in Bayern die Kühe sind!

Das war der letztendliche Anstoss für meine Idee:

Wenn weltweit deutlich weniger Fleisch verzehrt würde, dann hätte das vermutlich deutlich positivere Auswirkungen auf die Treibhausgase, als die Senkung des CO2-Ausstosses für Autos es bewirken würde.

Man denke an die Tatsache, dass für die Gewinnung eines Kilos Fleisch fünf(!) Kubikmeter(!) Wasser verbraucht werden (Quelle: Vista Verde). Genauso sieht es mit der Energie aus und mit den Abgasen, die aus einer Kuh/Kalb/Rind/Schwein/... so im Laufe seines Lebens rauskommen.

Vermutlich könnte man sich schon auf so einfache Art und Weise eine Menge Klimaärger sparen... und wenn ich mir dann die unglaublich riesig bemessenen Fleischportionen in unserer Kantine ansehe, wo täglich so etwa hundert Kilo Fleisch verzehrt werden (=500 Kubikmeter Wasser = 500 000 Liter Wasser!!!), dann weiss man, womit ein gewaltiger Teil des CO2-Ausstosses und Wasserverbrauchs deutlich geschmälert werden könnte...

Also: Klimaschutz durch Fleischverzicht

abgelegt unter Gesellschaft
17.5.07 21:18


Bildzeitung ordnungsgemäss entsorgen

Irgendwie scheint mir, dass gerade die Leser der Bildzeitung sehr darauf bedacht sind, dass nach ihnen noch möglichst viele weitere Leser in den Genuss der Ausflüsse der BILD-Mitarbeiter kommen. Da die Zeitung eh schon viel zu viele Leser hat - was meiner Ansicht nach in Anbetracht der bigotten Moraldarstellung, der unfairen Vorgehensweisen und dem völlig fehlenden Unrechtsbewusstsein schlecht ist - habe ich beschlossen, öffentlich rumliegende Exemplare der ordnungsgemässen Entsorgung zuzuführen und schmeisse seit ein paar Wochen alle in der Bahn rumliegenden BILD-Ausgaben in den Mülleimer.

Ein bisschen Skrupel habe ich zwar - könnte ja sein, dass das anmassende Zensur ist... bis jetzt war der Unwillen aber grösser...

So lange ich für mich noch nicht schlüssig bin, ob das bewusste Vorenthalten einer (Missfallen erregenden) Zeitung Zensur ist, werde ich es weiter tun... auf dass ein paar Leute weniger ihren Kopf mit dieser unguten Mischung aus Stimmungsmache und Halbwahrheit belasten.

***
abgelegt unter Gesellschaft
6.5.07 17:42


Heute beim Zahnarzt in Frauenmagazin 'Freundin' über 'erektile Dysfunktion', also IMpotzenz gelesen und wieder einmal könnte ich kotzen. Der Artikel stinkt so dermassen nach Schleichwerbung, dass es geradezu eine Sauerei ist. Natürlich wird die Behebung der Impotenz mittels Medikamenten im Text mehrfach empfohlen und so reiht sich der Artikel nahtlos in die ebenfalls unerträgliche Dauerschleichwerbung der Firma Pfizer auf gmx.de ein. Dort wird sogar noch ungenierter geworben. Ausschlaggebend für das endgültige Weglegen der Zeitung war für mich der Satz, dass man Potenzmittel kaufen solle, denn allein der Besitz 'gäbe einem Mann schon Selbstbewusstsein und Sicherheit". Klar: wenn sich jeder Mann so ein Päckchen zulegt, dann erschliesst das neue Käuferschichten, dass den Herstellern vor Geld schwindlig wird... das schafft auf jeden Fall den beteiligten Pharmaherstellern jede Menge 'Selbstbewusstsein' in ihre Taschen...

andererseits dann gerade neben mir im Internetcafe:


Junge 1: "Hast Du ihr schon zurück geschrieben?"
Junge 2: "Spinnst Du Alter! Ich will doch nicht mit der Schlafen."


***

abgelegt unter Sex
19.1.07 19:41


Medikamenten-Werbung bei ZDF -> Pfui!

Nachdem ich ja jetzt gerade bei meiner Oma wohne, habe ich gestern Abend mal wieder ein bisschen länger fern gesehen. Und natürlich auch Werbung. In den öffentlich-rechtlichen Sendern. Das an sich finde ich schonmal sehr beschissen, denn ich finde, der Anspruch, die Öffentlichkeit umfassend und neutral zu informieren und zu unterhalten leidet ganz entschieden unter dem Verkauf von Sendezeit an werbende Firmen. Ich finde es ein Unding, dass in gebührenfinanziertem Fernsehen Werbung gezeigt wird. Ich habe schon oft die Rechtfertigung für diese Praxis gelesen und gehört, dass sich anders die vom Publikum gewünschten Filme und Sportereignisse nicht mehr zeigen lassen würden, weil hierfür das Geld fehle. Das halte ich für sehr weit hergeholt und das sollte erstmal schlüssig öffentlich dargelegt werden, welche Filme sich damit nicht zeigen liessen und welche Sportereignisse.

Noch viel mehr regt mich das auf, weil ich ja wegen der dämlichen Gebühr auf internetfähige Computer demnächst selbst (theoretisch) zum Kreis der Beitragszahler gehören soll.

Und warum das für mich gerade wieder akutell ist, liegt am gestrigen Fernsehabend. Da kommt Werbung, dass ich das grosse Kotzen bekomme und statt an Bildungsfernsehen an Verdummungsfernsehen denke. Sehr viel Medikamentenwerbung und unter anderem diese:

Kinder brauchen meine ganze Aufmerksamkeit - das geht nicht mit Kopfschmerzen - deshalb nehm' ich 'Thomapyrin'.


Da wird einem also allen Ernstes suggeriert, bei Kopfschmerzen einfach ein paar Pillen zu schlucken. Schmerztabletten. Weiss doch mittlerweile jeder, dass ein Viertel der Bundesbürger am Suchttropf der Arzneimittelindustrie hängt. Und dann traut sich das Fernsehen, dass mit dem Anspruch antritt, sein Publikum im Gegensatz zum kommerziellen Fernsehen mit Aufklärung und Bildung zu versorgen, solche Werbebotschaften zu senden.

Ich finde, Werbung, ob verdeckt als Schleichwerbung oder offen als Werbespots, hat im öffentlich-rechtlichen Fernsehen von ARD und ZDF nichts verloren! Punkt!

***
abgelegt unter Gesellschaft
23.12.06 20:50


WG aus Jung und Alt - vielleicht ein Wohnmodell für die Zukunft

Nachdem ich ja jetzt schon über 2 Monate bei meiner Oma wohne, ist mein Fazit wirklich 100% positiv. Sie ist zwar nicht unbedingt sauberer als meine ehemaligen Mitbewohner, weil sie nicht mehr so gut sieht, aber sie macht es wenigstens nicht aus Arroganz oder Gedankenlosigkeit, sondern weil sie die Nudelreste am Topf halt einfach nicht sieht. Es ist nicht anstrengend, nicht nervend, sondern einfach nur schön. Ich hab eine Menge gelernt über meine Eltern, meine Grossleltern - mein Name ist wohl weniger eine Hommage an einen ehemals bekannten Politiker, sondern wohl eher an den ersten Freund meiner Mutter... ob das mein Vater weiss?

Jeder, der in einer WG gewohnt hat oder wohnt und es genossen hat bzw. geniesst, für den wird sich aus meiner Sicht nicht viel mit dem Alter der Mitbewohner(in)(nen) ändern. Erst letzte Woche habe ich einen Artikel im lokalen Käseblatt gelesen über eine Studenteniniative irgendwo aus dem Land der FischköpfeNorden (der beginnt ja für Schwaben und Bayern schon hinter Frankfurt), bei der Studenten zusammen mit Rentnern in einer WG wohnen. Auch die im Artikel zitierten Beispiele waren alle positiv und wenn ich meine Oma höre, wie sie meint, sie wolle nicht irgendwann ins Altersheim, dann denke ich: ich auch nicht. Ich möchte später auch mit einer paar jungen Studenten oder sonstigen Leuten zusammen wohnen - und wenn nicht, dann zumindestens in einer Alten- oder Rentner-WG. So wie das meine beiden Grosseltern-Paare praktiziert haben, so stelle ich mir meinen Lebensabend nicht vor - wenn einer stirbt, geht für den anderen die Einsamkeit los.

Dazu braucht man natürlich ein grosses Maß an Toleranz gegenüber den Eigenarten seiner Mitmenschen, aber das muss man sich halt zulegen - ist sowieso nützlich :-)

Wie schon gesagt: es ist toll, nicht altbacken und langweilig und es erspart älteren Leuten das Warten auf den Tod in relativer Abgeschiedenheit und Einsamkeit. Und nebenbei spart es mit Sicherheit durch die grössere Lebensfreude Kosten für das Gesundheitswesen und für die Pflegekassen...

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abgelegt unter Gesellschaft
8.11.06 18:48


Gewinnspiele - die Einladung für Werbeanrufe nach Feierabend

Gratis Gewinnspiel mit Auto Bild. Tolles Auto steht im Bahnhof rum und gross steht überall, dass man den Porsche Cayenne gewinnen kann. Die schwierige 'Quizfrage' lautet, ob der Porsche Cayenne ein Cabriolet, ein Coupe oder ein Geländewagen ist... Wert ist 49.000 Euro und man muss nur das Zettelchen ausfüllen und einwerfen.

Der Haken an der Sache ist das Kleingedruckte in Verbindung mit den persönlichen Angaben:

[...] Nur vollständig ausgefüllte Karten nehmen an der Verlosung teil. [...]

Ich bin mit der telefonischen Unterbreitung interessanter Informationen vorbehaltlich meines jederzeitigen Widerspruchsrechts einverstanden. [...]


Da braucht man sich nicht mehr wundern über die abendlichen Anrufe, die einem heutzutage den gemütlichen Feierabend verderben, wenn man solche Zettel ausfüllt. Da ist einem wirklich nicht mehr zu helfen und wenn die nach dem Einkommen, der Steuernummer oder sonstwas fragen würden, würden die Leute das wahrscheinlich auch noch angeben.

Vermutlich macht sich keiner so wirklich Gedanken darüber, wie mit den Daten umgegangen wird. In obigem Kleingedruckten ist nämlich mit keinem Wort die Rede davon, von wem diese interessanten Informationen unterbreitet werden. Mit anderen Worten: die Adressdaten werden möglicherweise weltweit vermarktet und an jeden verscheppert, der ein paar Cent für solche Daten rausrückt.

"...interessante Information..."

Da reg' ich mich schon wieder auf. Vor allem scheint mir das Kleingedruckte der guten AutoBild rechtlich auf ganz dünnem Eis zu stehen: So weit ich weiss sind nämlich generelle Generalvollmachten für die Adress- und Datennutzung laut Datenschutzgesetz nicht erlaubt, sondern müssen explizit genehmigt werden. Und genau so klingt die "Unterbreitung interessanter Informationen". Da steht nicht von wem und auch nicht was für Informationen. Ausserdem müssen laut Bundesdatenschutzgesetz solche Einverständniserklärungen aktiv bestätigt werden; das heisst, es muss irgendwo ein Kreuzchen gemacht werden, das man die Informationen will. Das ist auf dieser Karte natürlich nicht der Fall. Wäre ein schöner Fall für eine Abmahnung...

Das gleiche gilt für den 20 Meter weiter geparkten Volvo, den der Stern zu gleichen blöden Bedingungen verkauft.

Dort heisst es immerhin ausführlicher:

[...] Meine Daten werden von Grunder + Jahr oder durch Dienstleister elektronisch verarbeitet. Ich bin mit der Unterbreitung interessanter Informationen vorbehaltlich meines Widerspruchsrechts einverstanden [...]


Besser als bei der Tochter der Bildzeitung, aber immer noch Nepp und Lug und Trug und Garant für abendliche Anrufe, in denen 'Umfragen' gemacht werden zu "Haushaltseinkommen und Vermögen".

Saubande!

***
abgelegt unter Gesellschaft
6.11.06 18:55


Bedenken 5 - Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten

In der Süddeutschen Nr. 222 vom 26.September ist auf Seite 19 ein Artikel darüber, dass in Amerika Forderungen laut werden, medizinische Experimente an Gefängnisinsassen wieder zuzulassen. Ups... Wenn ich dann noch an eine andere Meldung dieser Tage denken, wonach Präsident Bush per Gesetz nur sichergestellt haben will, dass Gefangene, die vor ein spezielles Militärgericht gestellt werden, nur keiner "unüblichen und grausamen" Behandlung ausgesetzt werden, dann wird mir ganz kalt ums Herz. Was da grausam und unüblich ist, das entscheidet nämlich Herr Bush.. Präsident Bush macht Amerikas Ruf als 'Land der unbegrenzten Möglichkeiten' alle Ehre mit diesen in meinen Augen irrsinnigen Ideen. Dieser Weg führt direkt ins Mittelalter zurück und wir sind mit dabei.

Folter, medizinischen Experimente an Menschen, Entführungen in rechtsfreien Raum... Ja. Das Alles noch kombiniert mit der Privatisierung der 'militärischen Dienstleistungen' allerorten und dem Horrorkabinett aus Mißbrauch und Willkür sind keine Grenzen mehr gesetzt.

Und die deutsche Regierung will mitmachen. Als Beispiel der Fall 'El-Masri', in dem ein deutscher Staatsbürger einfach so vom CIA entführt, über Monate gefangen gehalten und verhört wird. Da hätte man ja auch mal ein paar 'übliche' Methoden anwenden können, vielleicht hätte er dann mehr erzählt... Und wenn ich dann gesagt bekomme (vor ein paar Wochen war das in der Zeitung), dass der Bundesnachrichtendienst auf der einen Seite weniger überwacht werden soll und auf der anderen Seite ausgeweitete Befugnisse erhalten soll, dann schrillen bei mir echt die Alarmglocken; wenn ich dann auch noch höre, dass die Jungs vom deutschen Geheimdienst auch für Verhöre in fremde Länder reisen und dort Gefangene befragen, braucht man nicht mehr viel Phantasie, um sich ein entsprechendes Szenario auszumalen. Das ist ehrlich und wahrhaftig der Weg ins Mittelalter. Da hab' ich echte Bedenken.

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abgelegt unter Gesellschaft
30.9.06 19:49


Rauchen, Nichtraucherzonen und eine Touristenfamilie in Heidelberg

Heute morgen in Heidelberg. Ich war noch hemmungslos besoffen vom Bierzeltbesuch gestern Abend/Nacht und nicht die geringste Lust auf eine Zigarette. Der Versuch die Trunkenheit durch Bewegung abzubauen treibt mich ziellos durch die Stadt und in einer Seitenstrasse lehne ich ein paar Minuten an einem Geländer vor dem Hintereingang vom Kaufhof. Ein Mann steht neben mir. Ein paar Minuten später kommt eine junge Frau mit einem kleinen Jungen aus der Tür und bringt ein Zigarettenpäckchen. Wo sie gewesen sei, fragt der Mann und die Frau meint, dass sie oben im Restaurant sitzen wollten. Wäre aber alles Nichtraucher.

"Ich hock' mich doch keine Stunde wohin, wo ich net Rauchen darf."


So schlimm ist's bei mir wahrlich nicht, aber so soll es auch nie werden. Wenn ich schon meine Restaurants danach aussuche, ob man dort Rauchen darf, dann stimmt was nicht...

Und mein Mitbewohner macht das ja auch schon ein bisschen so. Sprüche von wegen "wenn aus der WG eine Nichtraucherzone wird, dann zieh' ich aus" oder "die 5 Stunden Autofahrt mit meinem Vater werden hart"; weil er dann nicht rauchen kann, weil sein Vater ja nicht sehen will, dass sein Sohn raucht.

Wo bleibt da die 'Liberté toujours'? Ich finde, sobald man sich derart einschränken muss durchs Rauchen (nicht mehr an bestimmte Orte will, weil dort nicht geraucht werden darf oder dass man die Autofahrten/Flüge/Reisen so plant, dass man genug Raucherpausen bekommt, dann stimmt was nicht mehr... deswegen hör' ich jetzt auf, denn mir reicht's nach dem gestrigen Abend endgültig, ich will keine Kinder mit von mir kaputt gerauchten Genen, ich will keinen Lungenkrebs wie mein Opa, der gerade mit 85 im Sterben liegt, ich hab keine Lust mehr auf gelbe Fingerspitzen, meine Freundin meinte neulich, ich würde komisch riechen ("Hast Du geraucht?") und ich will nicht ständig auch noch soviel Geld ausgeben für die Zigaretten... Genug Gründe... jetzt ist Aufhören mit Rauchen angesagt.

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abgelegt unter Gesellschaft
28.9.06 15:25


Unnötiges Geldausgeben bzw. Stadtwerke und die Zahlungsmoral

Und ich weiss im Übrigen nicht, warum die Deutsche Bahn es nicht gebacken bekommt bei Zügen, die immer so voll sind, dass Leute stehen müssen, noch ein oder zwei Waggons anzuhängen... Jeden Tag, jede Woche immer das Gleiche: Randvoll, so dass Leute stehen müssen...

Heute morgen beim Frühstück dann die Broschüre der lokalen Stadtwerke in die Hand bekommen und einen Artikel gelesen, der mit "täglich volltanken & dabei Geld sparen" betitelt war und mir Gedanken darüber gemacht, wie falsch eigentlich die Herangehensweise vieler Leute ist im Hinblick darauf, Geld zu sparen. Statt den gleichen Verbrauch für weniger Geld zu bekommen, wäre es für Umwelt, Gemeinschaft besser, den Slogan "nicht täglich sondern 2-tägig Tanken & dadurch Geld sparen" zu nennen. Und das gilt nicht nur fürs Tanken.

Was viele Leute so allgemein an Geld unnötig rausblasen, dadurch liessen sich Milliarden sparen ohne wirkliche Einschränkungen. Radfahren, zu Fuss gehen und Lichter, Geräte ausmachen, wenn sie nicht gebraucht werden - das würde Energie, Abfall und Emissionen sparen, dass einem gerade nur so schwindelig würde. Wenn man dann noch die bereits gekauften Dinge (Autos, Geräte, Häuser, Infrastruktur) so behandelt, dass sie länger funktionieren (auch grosses Potential hier - zumindestens in meinem Bekanntenkreis), dann würde man wirklich sparen und nicht nur nicht mehr ausgeben. Es geht beim Sparen halt nicht primär ums Geld, was viele Leute vergessen...

Und zu den Stadtwerken noch: Da ich immer die Abschlagszahlungen für den Strom überwiesen habe, musste ich eine Abbuchungsermächtigung erteilen. Ungern, aber gut - manchmal kommt man nicht drumrum und damals war mir das auch noch relativ wurscht. Diese Ermächtigung habe ich letzte Woche widerrufen vie Einschreiben und den Stadtwerken bis zum 22.09. (gestern) Zeit gegeben mir den Widerruf via Email oder Brief zu bestätigen. Und was habe ich von den Jungs bekommen? Einen Brief, in dem auf noch ausstehende Nachzahlungen verwiesen wird und in dem mir angekündigt wird, dass diese ausstehenden Zahlungen am 21.09. von meinem Konto abgebucht würden! Nicht, dass ich das Geld nicht bezahlen würde - ich rege mich nicht auf, weil ich mich ertappt fühle, sondern dass eine Gesellschaft der öffentlichen Hand mit solchen fragwürdigen und illegalen Methoden arbeitet. Denn rechtlich ist es meiner Sachkenntnis nach so, dass der Widerruf mit Erhalt rechtsgütig wird. Dass heisst, dass die Stadtwerke mir ab Erhalt nichts mehr abbuchen dürfen - egal, ob ich ihnen noch etwas schulde oder nicht. Offenstehende Rechnungen sind da unabhängig von. Dass sie mir trotzdem noch Geld von meinem Konto abbuchen wollen, ist für eine Gesellschaft der öffentlichen Hand ein trauriger Wesenszug, denn gerade die Öffentliche Hand sollte doch in Sachen Recht Vorbild sein für ihre Bürger. Und da passt dann solche Eigenmächtigkeit nicht dazu in meinen Augen. Werde denen mal einen Brief Schreiben, was ich von ihren Methoden halte.

Wobei ich auf sachlicher Ebene vollkommen verstehe, warum sie so handeln. Neulich habe ich nämlich über die Zahlungsmoral der Bürger gegenüber den Stromversorgern entsetzliche Dinge gelesen. So zahlt über die Hälfte der Kunden ihre Strom-/Gas-/Wasserrechnung grundsätzlich erst nach der 1.Mahnung!!! Was die Unternehmen da für Summen zwischenfinanzieren müssen, das kann man sich kaum vorstellen. Kein Wunder also, dass sie sich auf Kunden mit Einzugsermächtigung stürzen... Trotzdem: Richtig und Rechtens ist das nicht, einen Widerruf einer Einzugsermächtigung erst dann für gültig zu erklären, wenn es einem in den Kram passt. So ein Widerruf ist schliesslich kein Vertrag, sondern eine einseitige Rechtserklärung (oder wie auch immer das genau in der Sprache des Rechts heisst). Schlechtes Vorbild.

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abgelegt unter Gesellschaft
23.9.06 12:26


Bafög-Betrug und Loriot live im Regionalexpress

Gestern wieder stressiger Tag bei der Diplomarbeit. Literaturrecherche dank dem Tool pdftk (siehe Eintrag über pdftk vom 21.09.2006) zur Editierung der Metadaten von pdf-Dokumenten sind meine Literaturquellen jetzt schon deutlich wasserdichter dokumentiert.

Abends noch kurz bei meiner Freundin vorbei und wieder kein Sex leider :-( "Kein Sex IV" - dafür "Kleingruppensex" am Abend nachdem ich mit dem Zug wieder in meine alte Wohnung gefahren bin, um die letzten Sachen zu packen, die 30 Pakete an alten Skripten, Zeitungen und Magazinen für die Altpapiersammlung vor die Tür zu stellen und die Diplomarbeit meiner Freundin Korrektur zu Lesen.

Vorher im propper gefüllten Regionalexpress. Eine Mutter und ihre studierende Tochter setzen sich neben mich bzw. gegenüber von mir hin. Wobei die Tochter einen in der Mitte geschlitzten Rock und zart gebräunte Beinen hatte - ein Zusammenspiel, wegen dem ich mich sowieso schon nicht konzentrieren konnte. Dann unterhalten sie sich auf eine Art und Weise, die es mir unmöglich macht, nicht auch noch mitzuhören. Es hätte ein Stück von Vicco von Bülow bzw. Loriot sein können, so komisch und überdreht war die Unterhaltung. Das hörte sich dann etwa so an:

...
Mutter: "Die Hose steht Dir wirklich gut."
Tochter: "Ja, die steht mir. Sie sitzt auch oben rum besser als die andere."
Mutter: "Ja, sie sitzt besser. Der Schnitt ist oben anders."
Tochter: "Ja, das stimmt. Der Schnitt ist oben besser."
Mutter: "Man merkt, dass die Hose besser sitzt."
Tochter: "Ich bin auch froh, dass ich sie gekauft habe."
Mutter: "Ja, es ist wirklich gut, dass Du diese Hose gekauft hast."
...
usw.
...


Köstlich :-)))

Zuvor haben sich die beiden noch über den Studienbeginn des Bruders unterhalten und im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich da nichts gesagt habe, denn über was die zwei sich so ungeniert unterhalten haben, das finde ich ganz schön dreist. Und zwar hat der Bruder wohl einige Tausend Euro Erbe von der Grossmutter angelegt, mit dem er zu Recht kein Bafög bekommen würde. Und da ging es dann darum, dass das Geld vor Beantragung des Bafögs schnell noch an die Mutter gehen soll, damit "die das nicht finden." Mit 'denen' sind wohl die Behörden gemeint und wenn ich sowas höre, dann rege ich mich wirklich auf. Das sind nicht 'die', das ist unser aller Staat. Was glauben die denn, wenn ihr Sohn denn Bafög bekommt, von wem dieses Geld letztendlich kommt? Von 'denen'? Nein von allen Bürgern. Das holt nicht der Finanzminister Peer Steinbrück aus seinem eigenen Geldbeutel, sondern das stammt aus dem Geldbeutel aller. Was glauben die Leute, die so schamlos am Staat vorbei wirtschaften wollen, woher das ganze Geld für Bildung, Infrastruktur und den ganzen Rest kommt? Aus der Luft? Assozial finde ich das. Wenn man genügend Geld hat, dann soll man bitte schön nicht auch noch Leistungen des Staates in Anspruch nehmen wollen, die für die gedacht sind, die eben nicht genügend haben.

Man mag einwenden, dass ich als Langzeitstudent, dem Steuerzahler schon lang genug auf der Tasche gelegen habe, aber das sehe ich etwas anders:

  • Mein Nebenjob ist sozialversicherungspflichtig, ohne, dass ich daraus Rentenansprüche für mich ergen - meine Eltern finanzieren zu 100% den Rest meines Unterhaltes
  • arbeiten werde ich mehr müssen, als alle die bis jetzt ihre Steuern bezahlen, damit ich überhaupt noch ein bisschen Rente bekomme - wobei ich eher davon ausgehe, dass ich so lange Arbeiten muss, dass ich gar keine Rente mehr brauche...
  • die deutsche Wirtschaft und damit auch jeder Steuerzahler profitiert von meinem Dasein als Student, denn über den für den Arbeitgeber günstigen Studentenjob, in dem ich vollwertige Ingenieursarbeit zu einem niedrigeren Stundenlohn als als Kassierer bei Aldi abgeliefert habe, verbessere ich die Konkurrenzfähigkeit meiner Firma und sorge dafür, dass die Lohnkosten insgesamt niedriger sind
  • an der Uni schliesslich koste ich auch nicht viel, denn Prüfungen/Vorlesungen habe ich keine mehr, zahle über 600 Euro pro Semester an Langzeitstudiengebühr; womit doch die Verwaltung und Betreuung von meiner Diplomarbeit abgegolten sein sollten finde ich
  • und fast alle Studentenvergünstigungen, wie günstiges Konto, günstige Bahncard usw. gelten wegen meines Alters sowieso nicht mehr für mich...

    So seh' ich das. Nur so, um zu verdeutlichen, warum ich meinen Standpunkt bezüglich des obigen Bafögbetrugs für gerechtfertigt halte, auch wenn ich immer noch studiere.

    Und ich weiss im Übrigen nicht, warum die Deutsche Bahn es nicht gebacken bekommt bei Zügen, die immer so voll sind, dass Leute stehen müssen, noch ein oder zwei Waggons anzuhängen... Jeden Tag, jede Woche immer das Gleiche: Randvoll, so dass Leute stehen müssen...

    ***
    abgelegt unter Gesellschaft
  • 23.9.06 12:24


    Die Betriebskosten für ein Auto pro Kilometer sollte man sich mal bewusst machen

    Heute habe ich in der Zeitschrift 'Autobild' meines Mitbewohners einen sehr interessanten Artikel gelesen. Die Leute von 'Autobild' haben ausgerechnet was verschiedene Automodelle pro Kilometer kosten - und zwar insgesamt und dabei wurde nicht nur das Benzin berücksichtigt, wie man das so landläufig z.B. bei einer Mitfahrzentrale macht.

    In der Tabelle ist auf beeindruckende Weise dokumentiert, wie teuer Autofahren eigentlich wirklich ist. Die Kosten, die ein Auto pro Kilometer verursacht, starten bei etwa 29 Cent (ein wirklich sparsames Auto dann) und gehen hoch bis auf 2,50 Euro pro Kilometer (der neue Merceds CL 600 bzw. C216 für die Autonarren). Ich finde allerdings selbst 29 Cent sollten einem schon zu denken gebe. Wenn man nämlich dann mit dem sparsamen Auto noch sparsamer sein will und zu einer Tankstelle fährt, bei der das Benzin 3 Cent billiger ist pro Liter, dann sollte man genau aufpassen, wie weit man fährt. Fährt man weiter als 7,5 Kilometer hin und zurück (hat sich schnell), dann hat sich der Umweg schon nicht mehr gelohnt:

    7km * 0,29 Cent = 2,17 Euro (Autokosten für den Umweg)
    70 Liter * 0,03 Cent = 2,10 Euro (Ersparnis wg. günstigerem Benzinpreis)

    -> in der Beispielrechnung gibt man also mehr Geld für die Autofahrt aus, als man mittels billigerem Tanken spart...

    Und das ist nur das günstige Auto. Die meisten Autos gehen bezüglich der Kosten pro Kilometer bei etwa 40 Cent los und da liegt die Grenze, bis zu der sich der Umweg zur billigeren Tankstelle lohnt, bei 5,3 Kilometer - und die sind schnell beisammen in der Innnenstadt...

    Genauso sieht es aus, wenn mein Mitbewohner zum Baumarkt fährt, um einen billigen Reispapierlampion zu kaufen für sein Zimmer. Das Ding kostet im Laden 2,99 Euro. Allerdings sind es hin und zurück 3,8 Kilometer. Sein Auto, ein Renault Megane, verursacht Kosten von 42 Cent pro Kilometer (wenn ich mich recht entsinne), so dass die Deckenlampe auf einmal nicht mehr 2,99 Euro kostet, sondern 4,59 Euro.

    Naja. Mag einem nicht so viel vorkommen, aber das summiert sich halt. Wenn man sich mal überlegt, wieviel ihn der Weg zur Arbeit und wieder nach Hause kostet, dann sind das effektiv knapp 10 Euro für 23 Kilometer. Das sind 200 Euro im Monat und dafür bekommt man bequem eine Monatskarte für den Verkehrsverbund und kann noch gemütlich 3 mal Lecker Essen gehen oder 1 mal sehr gut Essen gehen.... Jeden Monat! Und das Argument, dass man schneller ist (was stimmt), zieht halt nicht so ganz, wenn man sich überlegt, dass der Nettolohn irgendwas um die 10 Euro beträgt, so dass man im Prinzip jeden Tag eine Stunde nur für die Anfahrt schafft. Und ob man die Stunde in der Bahn verbringt und gemütlich Zeitung liest (die man sich ja für das Geld locker abonnieren kann) oder erstmal für den Fahrtweg arbeitet, wenn man früher da ist, das macht schon einen Unterschied finde ich. Ich wähle das Zeitunglesen :-)

    Autofahren ist teuer. Man sollte sich gut überlegen, wo man hinfährt und ob man nicht lieber ein anderes Verkehrsmittel nimmt, wenn es eines gibt - Fahrrad, zu Fuß, mit der Bahn, mit dem Bus etc...

    ***
    abgelegt unter Gesellschaft
    16.9.06 21:15


    kurz vor Ladenschluss im Heimwerkermarkt Bauhaus

    Gestern hatte die örtliche Bauhausniederlassung, in die ich wegen einer Farbrolle für unseren mit Hartöl zu behandelnden geschliffenen Dielenboden (Hartöl: Biofa Nr. 2044 - sehr zu empfehlen - gibt einen wunderschönen rotbraunen leicht matt glänzenden Anstrich - toll z.B. für Fichte) musste, bis 18 Uhr geöffnet. Da mein Konto wegen der ganzen Transporter-Kaution, 600 Euro Langzeitstudiengebühr und dem dicken Frühstück, das ich für meine Umzugshelfer gekauft habe (Bioschinken inklusive), ziemlich leer ist, bekam ich gestern am Bankautomaten zunächst kein Geld, denn mein Dispokredit von 800 Euro ist hemmungslos ausgereizt (anscheinend) und Lohn gibt's erst Mitte vom Monat. Also bin ich erst mal ins Bauhaus, um den Preis für diese kleinen Farbrollen rauszubekommen - 2,60 Euro - ich hatte noch 2,20 Euro in der Tasche. Also doch nochmal zur Bank und mein Glück versuchen. Beim rausgehen ruft mir die Kassiererin freundlich 'schönes Wochenende' hinterher, worauf ich ihr gesagt habe, dass ich nochmal komme - und das zauberte statt eines Lächelns einen leicht säuerlichen Ausdruck in ihr Gesicht. Geld bekommen beim Postbankautomat (Restguthaben 01 Euro - was auch immer das genau heisst) und zurück. Schlange lang und Uhrzeit 17.55 Uhr. Vor mir zwei junge Studenten, die wohl gerade ihre WG einrichten und geschwätzt haben, statt zu bezahlen, worauf sie von der Kassiererin angeschnauzt wurden, sie sollten gefälligst schnell bezahlen, in 5 Minuten wäre Feierabend. Im gleichen Augenblick wagte sich eine Frau mit Kopftuch und kleiner Tochter an der Hand in die Sicherheitsschleuse, um auch noch was einzukaufen; die Reaktion der Kassiererin: "wir haben geschlossen!" (sind aber trotzdem rein nach kurzem Zögern - was ich richtig finde).

    Lang Rede kurzer Sinn: Warum die Öffnungszeiten mit voller Stunde angegeben werden, man aber in der überwiegenden Zahl von Geschäften teilweise schon zwanzig Minuten vor dem offiziellen Schliessen so behandelt wird, als hätte man im Geschäft nichts mehr zu suchen, das verstehe ich nicht.

    Ein Beispiel: An der Fleisch-, Käse- und Fischtheke des Supermarkts um die Ecke beginnen schon beinahe eine halbe Stunde vor Geschäftsschluss die 'Aufräumarbeiten' und man wird blöd angeschaut, wenn man zu dieser Zeit auf schon geputzten Geräten ein irgendwas geschnitten bekommen möchte.

    Ich verstehe, warum das so ist - die Verkäuferinnen werden nämlich normalerweise nur bis zum offiziellen Schliessen des Ladens bezahlt und jede Minute, die sich hinterher länger zum Aufräumen brauchen, geht von ihrer Freizeit ab. Verständlich also, dass sie so früh wie möglich mit dem Aufräumen anfangen wollen. Warum das aber von der Geschäftsleitung aus so ist, das verstehe ich nicht. Ich fühle mich nicht wohl beim Einkaufen in so einer Atmosphäre und ich finde nicht richtig, das mit einer gross verkündeten Öffnungszeit geworben wird, die aber faktisch nicht stimmt.

    Besser fände ich es da, wenn an den Geschäten halt der Geschäftsschluss mit 17.55 Uhr angegeben würde. Da sich das aber kein Mensch merken kann: "volle Stunde" einzig wahre Lösung.

    Also lieber Arbeitgeber in Geschäften: bezahlt den Mitarbeitern bitte auch das Aufräumen - so finde ich das den Mitarbeitern und den Kunden gegenüber nicht richtig.

    ***
    abgelegt unter Gesellschaft
    10.9.06 17:08


    Kampusch-Interview 'Quotenrenner' bei RTL - sicher mit Expertenteam

    Gestern in meiner neuen Heimat in der Stadt die Überschrift gelesen:

    Quotenrenner: über 7 Mio TV-Zuschauer sehen das Interview mit Kampusch auf RTL


    Klasse. Da weiss die Bildzeitung ja, in welche Richtung sie weitermachen muss, wenn sie auf die 7 Mio Auflagen-Exemplare kommen will. Ich habe das Interview nicht gesehen, aber ich bin mir sicher, dass da ganz wunderbare 'Analysen' und Expertenmeinungen kamen im Anschluss an das Interview. "Wie stark die junge Frau wohl mental sei", "Wie lange sie das Versteckspiel durchhalte" usw. - alles so Dinge, die gerade dadurch, dass sie überhaupt öffentlich diskutiert werden, höchstwahrscheinlich dazu beitragen, das Leben der Österreicherin noch unangenehmer zu machen, als es eh schon ist.

    Ich wollte über mich nicht Dinge lesen wie "wie lange er es wohl noch macht", "ob er jemals normal wird leben und lieben können" - und solche Fragestellungen sehe ich vor mir, wenn ich an das RTL-Fernsehen denke und seine gefühlvollen Interviewer und Experten. Ich hab's schonmal gesagt und sag's wieder: Lasst sie einfach in Frieden. (keine Interviews, keine Live-Schaltungen, keine Hintergrundberichte, keine Angehörigen-Interviews, keine psychologischen Expertengutachten, keine Versuche, ihr Aussehen mittels Computersimulation herauszubekommen,... einfach in Ruhe lassen)

    ***
    abgelegt unter Gesellschaft
    8.9.06 09:14


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    über mich - about me
    Ich bin 31 Jahre alt, Langzeitstudent, studiere Maschinenbau und habe soeben meine Diplomarbeit begonnen. Ich interessiere mich sehr für schöne & künstlerische Dinge - sei es Design, Malerei, Photographie oder Architektur. Ich zeichne, photographiere und gestalte selbst, wenn auch nicht oft.

    Maschinenbau habe ich eher aus der Erwägung heraus angefangen, dass man als mittelmässiger Künstler wenig bis gar kein Geld, als mittelmässiger Maschinenbauer aber mittelmässig Geld verdient; für Kunst gibt es keine objetiven Kriterien, die einem für eine bestimmte Qualität einen bestimmten Lohn sicherstellen - für Maschinenbau sehr viel eher.

    Auch wenn es sich vielleicht komisch anhört, kommt mir die Anonymität dieses Blogs sehr gelegen, denn sie erlaubt es mir, relativ frei zu schreiben und mit diesem Blog vielleicht einen kleinen Beitrag zum Umdenken auf Gebieten leisten zu können, die mir in unserer Gesellschaft wichtig sind.

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